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Taxi fahren ist in Berlin eine äusserst interessante Angelegenheit. Insbesondere wenn man von Flughafen kommt und der Taxifahrer die Annahme hegt, man sei Nicht-Berliner. Nachdem er einen mit seinem Scanner-Blick gemustert hat und wortlos-mürrisch die Koffer in den Kofferraum gewuchtet, steigt er ein und die erste Wortansammlung, die sich aus seiner Richtung vernehmen lässt, ist: Wo wollnse hin? Oder schlicht: Watnu?
Entnimmt er dann dem Berliner Dialekt der Antwort, dass man ortsansässig ist, bessert sich seine Laune erheblich und er wird redselig. Das Wetter, die Baustellen, wat soll dit allet, der Senat verpulvert nur die Kohle und überall Stau. Wobei letzteres nur bedingt stimmt. Dann lästert man fröhlich mit ihm mit, was ihn zu neuen Höhenflügen anstachelt und jetzt kommen die Anekdoten.
Höchst unterhaltsam wird es, wenn der Taxifahrer türkischer Natur ist. Nachdem man ausgedehnt über sämtliche verwandschaftliche Beziehungen aufgeklärt wurde, kommt der Part, in dem man erfährt, wie, warum und durch wen der Herr am Steuer ins Taxigewerbe eingestiegen ist. Da sind schonmal Bruder und Onkel im Spiel. Die Grossfamilie wird noch sehr geschätzt.
An diesem Punkt schreite ich zur Verbrüderung. Ich sage: Ich bin Deutsche in der Schweiz. Sie sind Türke in Deutschland. Machen wir den Vergleich. Am Ende schütteln wir uns die Hände in dem Wissen, wir haben einen Seelenverwandten getroffen - wenn auch nur für eine Taxifahrt.
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