Ich gebe es ja zu: ich bin etwas überempfindlich. Nein, diesmal nicht wegen Nacktwanderern.
Ich – eh schon überall und von überall her zwangsbeschallt - reagiere äusserst gereizt auf Lärm.
Damit meine ich jetzt nicht ein Rockkonzert. Da geht man üblicherweise ja freiwillig hin. Und selbst bei einem Konzert der Kultband „Korn“ sind gesetzlich im Anderhalbstunden-Durchschnitt „nur“ 95 dB erlaubt. Ansonsten langt der Veranstalter tüchtig in die Billetkasse.
Nein. Ich meine zum Beispiel dieses grosse In-Restaurant mitten in der Zürcher City, stellvertretend für all die anderen Trendbeizen, bei denen der sogenannte Architekt den Aspekt der Akustik völlig ausser acht gelassen hat. iPhone raus und Dezibel-Mess-App auf. Durchschnittswert an einem ganz normalen Abend, ca. 21.00 Uhr, Restaurant zu drei Vierteln besetzt: 91,7 dB. Wie bitte? 91,7 dB. Was häsch gseit? 91,7 D-e-z-i-b-e-l. Aha, ja, ich nime au no es Glesli.
Ich meine damit den Bahnhof Schlieren, stellvertretend für die meisten anderen SBB-Lärmkulissen. Daselbst gemessen: 102,5 dB. Verursacht von einem Güterzug so lang wie von hier nach Budapest. Ein Intercity bringt es immerhin noch auf 91,3 dB. Na gut, wer will schon auf dem Perron in Schlieren mit dieser hübschen Blondine ins Gespräch kommen, die gerade neben einem steht.
Ich meine zum Beispiel den Verkehrsvernotungspunkt namens „Central“ in Zürich. Da kreischt und quietscht dich der gesammelte Lärm von „Züri Linie“ und Autoverkehr regelmässig mit über 93 dB an.
Es wird so vieles verboten und geregelt und gemassregelt, was Spass macht. Warum eigentlich nicht das, was mich armes Schwein Tag für Tag und Stunde für Stunde krank macht? Hä?
Und jetzt noch die Messung in der Küche, in der ich das gerade schreibe. DRS-3 aus dem Küchenradio, der rechte Fuss klopft zum Dudelfunk, der Geschirrspüler läuft, der Ferienhund schnarcht lauthals in seiner Lieblingsecke und der Nachbar wirft gerade den Laubbläser an. 88,5 dB.
Ich kann also locker noch einen Zacken zulegen und mitsingen.
Norma Farbstifte für Profis, Norma Farbstifte für die Schule. Haben Sie das verstanden oder müssen wir Ihnen eine Zeichnung machen?
Zack-zack, und eine geile Zeitschriften-Anzeige in 3-D ist gemacht. Dafür würden wir die Kult-Zeitung ausnahmsweise sogar heften.
Pepsodent hat die Zahnbürste, die an die unmöglichsten Orte hinkommt. Überraschend, sauber und edel, hat die Brasilianische Agentur Borghi/Lowe das hinbekommen. Unsere Beisser strahlen.
Ist das jüdischer Humor? Ich weiss es nicht. Aber schneller, klarer und witziger geht nicht. Tudah!
Mit den Weitwinkel-Objektiven von OMAX kannst du um die Ecke fotografieren. Wenn ich das bloss früher gewusst hätte.
Ein frecher Tritt ans Bein von Mercedes. Aber hieb-, stich- und handfest untermauert von Zitaten aus der Fachpresse. Wetten, dass diese Anzeige nicht nur Aufmerksamkeit erregt, sondern sogar richtig gut verkauft hat?
Ob dieses geniale Stück Werbegeschichte dem Texter im Taxi eingefallen ist, welches ihn damals vom Pub nach Hause gefahren hat? Und: Was hat er davor getrunken? Wir tippen auf drei grosse Bier.
Es war damals halt politisch noch völlig korrekt, sein Fahrrad mit Iscaselle zu satteln.
"Imitations are poorly made, giving you no protection." Diese Anzeige macht einen Schuh draus: brillianter kann man diese Botschaft nicht umsetzen. Deshalb kriegt Adidas von uns eine Goldmedaille.
You eat what you touch. Deinen stinkenden Hund zum Beispiel. Die klebrige Haltestange im Tram. Deine Wurst. Also wasch dir öfter mal die Hände. Das kann zwar jede Seife sagen; wer diese an sich banale Aussage aber so verblüffend dramatisiert wie die Leute... [Weiterlesen]