jetzt sind grad ein paar bekannte leute gegangen. roderer, felix, summer, gibb. und schon wimmelts auf facebook von videos und rip-bekundigungen. kaum einer hat noch alte filme von roderer angeschaut, oder "hot stuff" auf den plattenteller gelgt, auch nicht "massachusetts", nein, nichts von alldem, und dann schlagzeile in grossbuchstaben, weiss auf schwarz, oder rot auf schwarz, "XY TOT!". ja mein gott: ja. irgendwann stirbt man. an einem unfall, an einer krankheit oder einfach so, weil halt das ende gekommen ist und der körper nicht mehr mag, dann hört er so nach und nach auf zu fuktionieren und der geist sagt sich: nicht mehr viel los hier, ich geh jetzt glaub auch. und dann geht er. und dann ists vorbei. egal, was man so alles gemacht hat im leben. die einen waren berühmt, die anderen weniger, und die, die weniger berühmt waren, stehen dann nicht auf der titelseite sondern in dem dafür vorgesehenen teil irgendwo hinten in der zeitung.
aber bevor sie sterben leben sie. sollten sie jedenfalls. dabei ist es egal, ob sie in filmen mitspielen, tv-shows erfinden oder lieder singen, hauptsache sie machen etwas mit ihrem leben. sie können genau so gut auf einer bank arbeiten und ihre kinder grossziehen, oder eine druckerei übernehmen, oder die welt bereisen, oder ingenieur werden und brücken bauen, oder häuser, kindergärtnerin ist auch schön, oder aussendienstmitarbeiter eines kosmetikkonzerns. es ist völlig egal, solange sie das machen, was sie gern machen. und sich mit jenen sachen arrangieren, die sie nicht so gerne machen. solange sie sich freuen, ärgern, träume haben, weitergehen.
denn das gegenteil von "leben" ist nicht "tot". sondern "nichtleben". die meisten, die gelebt haben, sagen sich am ende des lebens: ist ok so, war schön. aber wenn einer ein "nichtleben" hinter sich hat, scheisst ihn der tod erst richtig an. dann kommen alle diese "hätte ich nur..." hoch und man hat keine chance auf korrektur. nur die feststellung, dass man jetzt auch nichts mehr machen kann. dann nützts auch nichts mehr, wenn man mal berühmt war. abgesehen von ein paar facebook-posts.
diese drei menschen hier hatten weder titelseite noch r.i.p's an den pinwänden:
maria walther-twerenbold
roswitha weber-flückiger
fritz schürmann
sie sind alle letzte woche in der region luzern gestorben. sie haben alle in keinem film mitgespielt, haben keine tv-show gemacht und sind auf keiner konzertbühne aufgetreten. ich gehe davon aus, sie haben vorher trotzdem noch gelebt.
r.i.p auch ihr drei.
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