Der Mai verspricht spannend zu werden. Am 2. Mai verkloppt Sotheby’s in New York Edvard Munchs „Der Schrei“. Schätzwert: 80 Millionen. Am 17. Mai geht Zuckerberg mit facebook an die Börse. Schätzwert: 100 Milliarden.
Ja, was denn jetzt?
Will meinen: In was denn jetzt seine sauer ererbte Kohle investieren?
Facebook-Aktien? Nun, lediglich 900 Millionen Leute posten und stalken und daten und geilen täglich bei Zuckerberg herum. Bei sieben Milliarden Erdbevölkerung ist da also noch reichlich Potential vorhanden.
Edvard Munchs chef d’oeuvre? Nun, konservativere Anleger oder jüngere, die noch 40 Jahre Zeit haben, eine massive Wertsteigerung zu erblödeln, setzen eher auf die Kunst. Wann schon hat ein Picasso oder Matisse oder Cézanne an Wert verloren? Eben. Irgendein durchgeknallter Südkoreaner wird in ein paar Jahren die paar Hundert Quadratzentimeter Öl auf Leinwand sicher wieder zu einem überrissenen Preis an seiner Marmorwand hängen haben wollen.
Aber macht das alles Spass? Jetzt, da Griechenland seine Eilande (Eiländer? Ei-Ländereien?) verhökert? Ein Scheich aus Saudi Arabien soll ja im ionischen Meer bereits tüchtig zugeschlagen haben.
Also, warum sich für die 80 bis 90 Milliönchen nicht zwei, drei Inseln unter den Nagel reissen? Inklusive 12-Zimmer-Bleibe darauf und allen Zuleitungen für Wasser und Strom sowie Ableitung für die täglich anfallenden Körperausscheidungen? Eine mittelgrosse Yacht liegt sicher auch noch drin, so 40 Meter Länge sollten eigentlich genügen.
Mit dem Rest unterstützen wir Pfarrer Siebers Hilfswerke mit einem Tausender, verprassen einen Zehner im Casino Baden, besuchen gemeinsam die „Bumsalp“ in Dübendorf und kaufen uns die Tickets für das kommende Molly Hatchet/Lynnyrd Skynnyrd-Konzert in der Eulachhalle in Winterthur. Etwas Kultur sollte trotz all des schnöden Mammons dann schon noch sein.
Oder.
Norma Farbstifte für Profis, Norma Farbstifte für die Schule. Haben Sie das verstanden oder müssen wir Ihnen eine Zeichnung machen?
Zack-zack, und eine geile Zeitschriften-Anzeige in 3-D ist gemacht. Dafür würden wir die Kult-Zeitung ausnahmsweise sogar heften.
Pepsodent hat die Zahnbürste, die an die unmöglichsten Orte hinkommt. Überraschend, sauber und edel, hat die Brasilianische Agentur Borghi/Lowe das hinbekommen. Unsere Beisser strahlen.
Ist das jüdischer Humor? Ich weiss es nicht. Aber schneller, klarer und witziger geht nicht. Tudah!
Mit den Weitwinkel-Objektiven von OMAX kannst du um die Ecke fotografieren. Wenn ich das bloss früher gewusst hätte.
Ein frecher Tritt ans Bein von Mercedes. Aber hieb-, stich- und handfest untermauert von Zitaten aus der Fachpresse. Wetten, dass diese Anzeige nicht nur Aufmerksamkeit erregt, sondern sogar richtig gut verkauft hat?
Ob dieses geniale Stück Werbegeschichte dem Texter im Taxi eingefallen ist, welches ihn damals vom Pub nach Hause gefahren hat? Und: Was hat er davor getrunken? Wir tippen auf drei grosse Bier.
Es war damals halt politisch noch völlig korrekt, sein Fahrrad mit Iscaselle zu satteln.
"Imitations are poorly made, giving you no protection." Diese Anzeige macht einen Schuh draus: brillianter kann man diese Botschaft nicht umsetzen. Deshalb kriegt Adidas von uns eine Goldmedaille.
You eat what you touch. Deinen stinkenden Hund zum Beispiel. Die klebrige Haltestange im Tram. Deine Wurst. Also wasch dir öfter mal die Hände. Das kann zwar jede Seife sagen; wer diese an sich banale Aussage aber so verblüffend dramatisiert wie die Leute... [Weiterlesen]