Dr. Petros Beobachtungen:

Dienstag, 31. Mai 2011, 10:46 | Von Dr. Henrik Petro

Unsanfte Verführung

Es war kurz vor 20 Uhr. Gerade noch huschte ich in den Coop. Drinnen war nicht mehr viel los, die junge, sehr hübsche Frau, die sonst die Regale auffüllte, hielt einen Schwatz mit dem Mann von der Charcuterie, der aussah, wie ein Protagonist von Jung, Wild & Sexy – also alles andere als ihre Liga. Doch ich war nicht hier, um zu urteilen oder um über Ungerechtigkeiten beim menschlichen Paarungsverhalten zu jammern. Sondern um einzukaufen. Nur ein paar Dinge, die einem – wie man sich oft urplötzlich erinnert – fehlen im Kühlschrank oder Vorratsschrank.

Ich schob also gemütlich meinen Wagen vor mich her, als ich diese Stimme vernahm.
«He, psst, schöner Mann!»
Mein Herz blieb stehen, ich aber nicht. Denn diese Stimme kannte ich. Es war ein schöne Stimme. Und ich wusste, was sie wollte. Ich ignorierte sie und ging weiter.
«Das glaub ich nicht. Jetzt läufst Du einfach an mir vorbei?» sagte die Stimme «Hat dir unsere letzte Begegnung so wenig bedeutet? Dabei hast Du dich doch sofort auf mich gestürzt, kaum waren wir in deiner Wohnung!»

Ich erinnerte mich. Meine Nackenhaare sträubten sich. Ja, das war verdammt scharf! Vom Feinsten! Trotzdem, ich wollte es nicht mehr. Denn immer, wenn es vorbei war, kamen diese Gefühle mit der Wucht der Faust von Wladimir Klitschko: Scham, Wut über die eigene Unbeherrschtheit und ein schlechtes Gewissen so gross wie das römische Reich zu Zeiten von Gaius Iulius Caesar.

Also schob ich den Wagen weiter – schweren Herzens, zugegeben - und hoffte, die Stimme würde mich nicht verfolgen. Tat sie auch nicht, denn eine andere Stimme sprach mich an: «Na Du? Wie wärs wieder mal mit uns?»
«Lass mich in Ruhe», knurrte ich und fixierte meinen Blick auf das Katzenfutter. Obwohl mich zu Hause keine Katze terrorisierte. Höchstens ein paar Zimmermänner, die spätabends gegen die Papierlampe flatterten, während ich ein Hörspiel auf BBC geniessen wollte.
«Ach komm, das meinst Du doch gar nicht so!» fuhr die Stimme fort. «Dabei hältst Du es fast nicht aus, wenn Du an die oralen Freuden denkst, die ich dir bislang jedes Mal bereitet habe!»
«Pah!» rief ich aus. «Orale Freuden! Und zu welchem Preis? Nein, ich falle nicht mehr auf deine süssen Versprechungen rein!. Damit ist Schluss.»

Ich legte einen Zahn zu. Zornig schmiss ich Vollkornflakes, Reis und Pumpernickel in den Wagen. Doch die aufgeflammten Erinnerungen an diese angesprochenen oralen Freuden, die mich zugegebenermassen an sehr vielen Abenden zur Ekstase getrieben hatten, brachte ich nicht mehr aus meinem Kopf heraus.

«Hey Baby», schaltete sich nun eine dritte Stimme ein.
«W-wer bist Du?» fragte ich, denn diese war mir im ersten Moment unbekannt.
«Was, kennst Du mich nicht mehr? Ich geb Dir einen Tipp: Du nanntest mich dunkle Sünde, als Du mich vernaschtest!» Ich erinnerte mich. Sie hatte mich damals über meine Ex hinweg getröstet. Mehrere Tage lang. Ich hatte es bitter bereut.

«He, schöner Mann, was ist jetzt? Nimmst Du mich mit?»
«Ich garantiere dir die schönste orale Befriedigung wie keine andere! Darauf stehst Du doch!»
«Komm, lass uns heute eine kleine Orgie feiern. In Erinnerung an die guten alten Zeiten!»
Tränen stiegen in mir hoch. Meine Hände verkrampften sich um den Griff des Einkaufwagens, so dass die Knöchel weiss hervortraten. Dann hielt ich mir die Ohren zu und schrie: «Aufhören!»
Ich drehte mich um. Da waren sie, alle drei, einzeln und doch vereint, und lockten mich mit ihrem unschuldig wirkenden Äusseren und dem vielversprechenden Inneren.

Ich schrie sie an: «Ich will und brauche euch nicht! Dich nicht, dich nicht und dich nicht! Ihr wollt nur mein Leben zerstören, mich fett und hässlich sehen und mich dann verlassen!! Ihr seid alles dreckige Schlampen! Darum lasst mich in Ruhe!» Schluchzend stürzte ich aus dem Laden. Der Einkaufswagen stand verlassen und einsam im Gang. Das Kettchen, mit dem er am nächsten Wagen befestigt wird, schwankte leicht hin und her..

Die junge, sehr hübsche Frau, die sonst die Regale auffüllte, hielt sich die Hand vor den Mund. Dann drehte sie sich zum Mann von der Charcuterie: «Habe ich jetzt einen Knall oder hast Du das auch gesehen? Nein, sag Du's mir: wen hat der jetzt so zusammengestaucht?» Der Mann schluckte leer und antwortete: «Also so wie ich es von hier aus gesehen habe, würde ich sagen: das Zweifel Paprika Chips XXL-Pack, das Toggenburgerli-Doppelpack und die Extralange Nuss-Schoggi..!»

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Dienstag, 18. Juni 2013, 11:00 | Von Dr. Henrik Petro

Ich versteh nur Bahnhof

Tourist: „Entschuldigen Sie, können Sie mir sagen, wie ich zum Bahnhof komme?“ Passant: „Aber ja natürlich!“ Der Tourist wartet, doch der Passant tut nichts dergleichen. T: „Äh, ja..?“ P: „Ja was?“ T: „Sagen Sie es mir... [Weiterlesen]

Kartoffelbauer | Dienstag, 18. Juni 2013, 15:06
ha, der schöne Bahnhof ferenbalm-gurbrü. die geleise dort sind quasi das Internet in dieses kaff!
ohne worte | Dienstag, 18. Juni 2013, 17:05
Ich empfehle "den schnellsten Weg nach Worb", Hörspiel von ca. 1953.
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Freitag, 14. Juni 2013, 11:00 | Von Dr. Henrik Petro

Schweinerei

Kunde: „Guten Tag, was haben Sie in Aktion?“ Charcutier: „Schweinefilet sowie Schweinssteak mariniert.“ K: „Und was ist billiger?“ C: „Das Schweinssteak mariniert.“ K: „Und was ist teurer?“ C (geduldig): „Das... [Weiterlesen]

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Dienstag, 11. Juni 2013, 08:00 | Von Dr. Henrik Petro

Tatwaffe Höflichkeit

Polizist: „Guten Abend, Lüscher ist mein Name, Kantonspolizei Zürich, Routinekontrolle. Darf ich Führerausweis und Fahrzeugpapiere sehen?“ Autofahrer: „Wenn Sie so charmant und nett fragen, wer kann dazu schon nein sagen? Die Uniform steht Ihnen... [Weiterlesen]

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Montag, 3. Juni 2013, 14:01 | Von Dr. Henrik Petro

Einfach krank.

„Männer sind wehleidige Susis und dann immer soooo krank und die ärmsten Geschöpfe der Welt“, schrieb mir eine Bekannte, nachdem ich den Fehler gemacht habe, auf ihre Frage „Wie gehts?“ mit „Geht so, bin krank“ zu antworten. Ich weiss ja... [Weiterlesen]

dr. weber | Montag, 3. Juni 2013, 15:56
Dr. Loriot Petro.
henrik | Dienstag, 4. Juni 2013, 08:47
"Mein Ei ist hart." Herr Dr. Weber, Ihnen ist also mein Kindheitsidol nicht verborgen geblieben...
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Donnerstag, 30. Mai 2013, 17:00 | Von Dr. Henrik Petro

Wahlfang, Teil 2

Nachdem ich darüber geschrieben habe, wie ein Töffkauf einer Frau als Metapher für ihr Partnerwahlverhalten genommen werden kann (http://www.kult.ch/article.php?article_id=5057 ), stellt sich natürlich die Frage, wie denn das bei den Männern sei. Bei... [Weiterlesen]

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Donnerstag, 23. Mai 2013, 17:00 | Von Dr. Henrik Petro

The legend of twats, pricks, slags and bollards

Jeder hat ein dunkles Geheimnis, das er früher oder später einem Love Interest gestehen muss. Manche tun es beim ersten Date, andere in der Hochzeitsnacht – in jedem Fall übernimmt das Geständnis die Funktion eines Lackmustestes, denn hier entscheidet... [Weiterlesen]

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Dienstag, 21. Mai 2013, 07:40 | Von Dr. Henrik Petro

Live at the Roxy

„Mist, ich muss mich im Datum geirrt haben, hier findet die Credit Suisse Senior Manager Veteranenversammlung statt“, dachte ich zunächst, als ich am 17. Mai beim Eingang zum Supermarket auf die wartende Crowd stiess und die Senioren im Anzug studierte.... [Weiterlesen]

FräWeissberg | Dienstag, 21. Mai 2013, 10:02
Aber du hast zugegeben,Omas Hormocenta seit frühester Jugend aufzutragen, gäll?
Midi Gottet | Dienstag, 21. Mai 2013, 12:53
Henrik hat sich die Hormocenta aufs Frühstücksbrot gestrichen, die alte Face-Lift-Schlampe.
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Mittwoch, 15. Mai 2013, 07:58 | Von Dr. Henrik Petro

Wahlfang, Teil 1

Neulich erzählte mir eine Bekannte, wie sie zu ihrem Töff gekommen ist. Und zwar so: Sie habe sich für diese Entscheidung Zeit gelassen, Unterlagen gesammelt, sich über Leistung, Ausstattung und Preis informiert, alles miteinander verglichen und sich... [Weiterlesen]

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Dienstag, 7. Mai 2013, 11:00 | Von Dr. Henrik Petro

20 Fragen zu deinem Leben, die du dir täglich stellen solltest

Ist es Liebe – oder wieder nur dein Helfersyndrom? Wann warst Du das letzte mal glücklich? Ist es Liebe – oder deine Angst, alleine zu sein? Kannst Du überhaupt glücklich sein? Ist es Liebe – oder das befriedigende Gefühl, Macht über... [Weiterlesen]

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Freitag, 26. April 2013, 11:00 | Von Dr. Henrik Petro

Verkehrskollaps

Am Sonntag auf der Axenstrasse... Er: «Scheiss Stau...» Sie: «Entspann dich doch!» Er: «Ja wie denn, mit einem Ständer in der Hose?!» Sie: «Ui – ich sehs!» Er: «Schatz, mach was, ich halts fast nicht aus.» Sie (lüstern): «Okay Schatz...... [Weiterlesen]

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